Besucht uns
auch bei:

Seit den Aufklärungszeiten von Oswalt Kolle ist die Pornofilm-Industrie stets gewachsen. In Amerika ist sie heute längst bedeutender als Hollywood. Täglich werden neue Streifen gedreht, ausgefallene Rahmenhandlungen oder Titel entwickelt und mit recht amüsanten Covern versehen. Zwar begegnet uns Sexualität zum Beispiel durch Medien und Werbung ständig im Alltag, paradoxerweise handelt es sich bei Pornofilmen aber nach wie vor um ein relativ tabuisiertes Thema. Wurde der Filmverleih per Automat also vor allem deshalb erfunden, weil es vielen Konsumenten zu peinlich ist, in einer herkömmlichen Videothek einen Porno auszuleihen? Okay, wer steht schon gerne mit “Manege frei ­ Der Rosettenkasper" vor dem aushändigenden Personal?

Aus der Perspektive von Grafik und Gestaltung finden sich unter den deutschen Produktionen allerdings zahlreiche Schätze, die das durchaus kreative Potential dieser Branche offenbaren: originelle Themen, Texte und Titel, eigenartige Foto-Darstellungen, skurrile und selbst entworfene Schriften oder die manchmal seltsame Anordnung all jener Elemente. Ein erster Überblick war Inspiration genug, die besten Cover in einem außergewöhnlichen Buch zusammen zu fassen.

Solange Bildbände über Toilettenhäuschen und Bolzplätze existieren oder ein dicker Schmöker über Verkehrsschilder-Design den Anspruch der Kunst für sich erhebt, besitzen diese ideenreichen Filmhüllen allemal ein Recht darauf, in einem Kompendium gewürdigt zu werden!